Aktuelle Projektangebote
Partnerclubs/distrikte und Spenden gesucht!
Wir sind regelmäßig auf der Suche nach Clubs und Distrikten, die für bestehende Projektideen spenden, sich bei der Entwicklung der Konzepte einbringen und/oder Partnerclub werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen aktuelle, noch nicht laufende Projekte vor, die nach einer dieser Unterstützungen suchen. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter projekte@rotary-rmch.de.
Gemeinsam gegen weibliche Genitalverstümmlung in Gambia
- Was wird gesucht: Partnerclub in Deutschland
- Land: Gambia
- Geplante Projektsumme: ca. 70.000 USD
- Ansprechpartner*in: Tina Bauer-Odong & Daniela Kaempfe, RMCH Projektmanagerinnen, Rotarier Emmanuel Daniel Joof, Vorsitzender der ersten Nationalen Menschenrechtskommission Gambias (NHRC) & Fatou Baldeh, Menschenrechtsaktivistin & Gründerin der Organisation Women in Liberation and Leadership (WILL)
- Distrikt: N.N. (Deutschland) und Rotary Club Bijilo
- Geplante Laufzeit: noch offen
Das Projekt, initiiert vom Rotary Club Bijilo in Gambia und der Organisation Women in Liberation and Leadership (WILL), zielt darauf ab, die tief verwurzelte Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) in Gambia zu bekämpfen. FGM ist eine anerkannte Menschenrechtsverletzung und Form geschlechtsbezogener Gewalt, die in Gambia alarmierende Ausmaße angenommen hat. Schätzungsweise 75,7 % der Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren sind betroffen. Besonders besorgniserregend sind die jüngsten Initiativen zur Legalisierung von FGM in Gambia im Jahr 2024, die, obwohl gescheitert, zu Verwirrung und einem Rückschlag in den Bemühungen geführt haben. Das Projekt konzentriert sich auf die Regionen Upper, Central und Lower River, wo die Prävalenz von FGM am höchsten ist.
Maßnahmen
- Mehrtägige Camps bieten Mädchen geschützte Räume, um ihre Rechte kennenzulernen und sich auszutauschen, damit sie als „Change Agents“ in ihren Gemeinden wirken können. Durch Einbindung von Männern und Jungen soll ihr Wissen über geschlechtsbezogene Gewalt erweitert werden, sodass sie als Verbündete im Kampf gegen FGM agieren.
- Generationsübergreifende Dialoge fördern offene Gespräche über schädliche Geschlechternormen, religiöse und kulturelle Überzeugungen sowie die aktuelle Gesetzeslage, um Einstellungen und Verhaltensweisen zu ändern.
- Schulung medizinischer Fachkräfte zur verbesserten Versorgung und psychologischer Unterstützung von FGM-Überlebenden sowie des Bewusstseins für Langzeitfolgen.
Ziele
- Stärkung der Selbstbestimmung junger Mädchen
- Förderung von Verhaltens- und Einstellungsänderungen in den Gemeinden
- Gewinnung von Männern und Jungen als Verbündete im Kampf gegen FGM
- Verbesserung der medizinischen und psychologischen Versorgung für FGM-Überlebende
Wichtige Partner
- Organisation Women in Liberation and Leadership (WILL)
Weiterführende Informationen
FGM ist und bleibt eine tief verwurzelte Praxis mit verheerenden Folgen. Sie gilt als weltweit anerkannte Menschenrechtsverletzung und eine Form geschlechtsbezogener Gewalt, die in Gambia alarmierende Ausmaße angenommen hat. Schätzungsweise 75,7 % der Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren sind in Gambia von FGM betroffen. In einigen Regionen, wie der Upper River Region, liegt die Prävalenz sogar bei erschreckenden 95 %. Die meisten Mädchen werden vor ihrem 5. Lebensjahr von traditionellen Praktikerinnen, häufig unter mangelnder Hygiene und Sachkenntnis, beschnitten. Diese Praxis hat sowohl unmittelbare als auch langfristige, schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen, die von starken Schmerzen, Blutungen und Infektionen bis hin zu chronischen Erkrankungen, psychischen Traumata und sogar zum Tod reichen können. Schwangere sind einem deutlich höheren Risiko für Geburtsverletzungen wie Dammrisse ausgesetzt und müssen mit verlängerten sowie erschwerten Geburten rechnen. Zudem steigt das Risiko für schwere Nachgeburtsblutungen und potenziell lebensbedrohliche Uterusrupturen. Die Beschneidung kann auch das Kind gefährden, indem sie das Risiko für Sauerstoffmangel und Frühgeburten erhöht.
FGM ist eng mit ungleichen Machtverhältnissen und diskriminierenden Geschlechternormen verbunden, die Mädchen und Frauen ihre Autonomie und Würde nehmen. Besonders besorgniserregend waren die jüngsten Initiativen zur Legalisierung von FGM in Gambia im Jahr 2024. Obwohl sie gescheitert sind, haben die Debatten zu Verwirrung in der Bevölkerung und einen Rückschlag für die jahrzehntelangen Bemühungen im Kampf gegen FGM geführt.
Die Projektzielregionen Upper, Central und Lower River weisen die höchste Prävalenz von FGM im Land auf. Mit einer geplanten Laufzeit von 18 Monaten und einem geschätzten Budget von ca. 70.000 EUR sollen nachhaltige Veränderungen herbeigeführt werden. Das Projekt verfolgt einen umfassenden Ansatz, der über die reine Aufklärung hinausgeht. Einige der Maßnahmen wurden in einem kleineren Rahmen bereits getestet und entsprechend optimiert. Dabei wurde auch deutlich, dass unterschiedliche Strategien für verschiedene Gemeinden erforderlich sind.
In mehrtägigen Camps sollen junge Mädchen in geschützten Räumen Plattformen erhalten, in denen ihnen Wissen über ihre Rechte vermittelt wird und sie offen sprechen können. Durch die Stärkung der Selbstbestimmung, wird ihnen auch die Möglichkeit gegeben, als Change Agents in ihren Gemeinden zu agieren. Die Erfahrungen von FGM-Überlebenden können so genutzt werden, um kollektives Handeln zu fördern und die Dringlichkeit des Problems zu verdeutlichen. Durch generationsübergreifende Dialoge sollen schädliche Geschlechternormen, religiöse und kulturelle Überzeugungen und die aktuelle Gesetzeslage offen angesprochen werden, mit dem Ziel Verhaltens- und Einstellungsänderungen bei allen Gemeindemitgliedern zu fördern. Ein zentraler Bestandteil ist die Stärkung des Wissens und der Kapazitäten von Männern und Jungen im Kampf gegen geschlechtsbezogene Gewalt und die Förderung positiver Männlichkeit. Sie werden als Verbündete im Kampf gegen FGM gewonnen. Die Schulung von medizinischen Fachkräften an vorderster Front zur medizinischen Versorgung, psychologischen Unterstützung und die Sensibilisierung für die Langzeitfolgen ist ebenso integraler Bestandteil des Projektes.
Ihre Unterstützung kann vielen Mädchen unnötiges Leid ersparen und Leben retten. Für weitere Informationen und Möglichkeiten zur Unterstützung kontaktieren Sie unser Projektteam unter projekte@rotary-rmch.de
Gemeinsam für gesunde Familien in Nigeria / Together for Healthy Families in Nigeria
- Was wird gesucht: inhaltliche Unterstützung und Spenden (klicken Sie für den Spendenaufruf auf das Fragezeichen links)
- Land: Nigeria
- Geplante Projektsumme: rund 4 Mio. USD (inkl. Sachspenden und in-kind contributions)
- Ansprechpartner*in: Jan-Peter Sander
- Distrikt: 1860 (Deutschland) und 9125 (Nigeria)
- Geplante Laufzeit: 12/2022-11/2025
Nigeria vereint die vierthöchste Mütter- und achthöchste Kindersterblichkeit weltweit auf sich. Vor allem im Bereich der Neugeborenensterblichkeit waren in den vergangenen 30 Jahren kaum positive Entwicklungen zu verzeichnen. Aufgrund der geografischen Größe, bestehender Konflikte sowie des starken Bevölkerungszuwachses steht Nigeria weiterhin vor humanitären Herausforderungen. So entbinden zum Beispiel circa zwei Drittel der Frauen zu Hause. Entstehen Komplikationen, können diese nicht rechtzeitig behandelt werden. Laut Befragungen der Zielgruppe in den ausgewählten Regionen und Expert*innen ist dies auf das geringe Vertrauen in professionelle Gesundheitsdienstleistungen sowie mangelnde Vorbereitung auf den Transport zum Krankenhaus im Notfall zurückzuführen.
In den ausgewählten Krankenhäusern auf Gemeindeebene führt laut den Befragten die schlechte Infrastruktur, der Mangel an serviceorientierten und spezialisierten medizinischen Fachkräften für die präventive sowie geburtshilfliche Notfall- und Neugeborenenversorgung dazu, dass die Patientinnen und deren Neugeborenen häufig nicht rechtzeitig und angemessen versorgt werden.
Außerdem besteht ein schlechtes Überweisungssystem in spezial
isierte Gesundheitseinrichtungen. Darüber hinaus gibt es Defizite bei der Verfügbarkeit von Daten, die wirksame Interventionen auf Gemeindeebene ermöglichen würden. Die unzureichende Versorgung mit und Nutzung von modernen Verhütungsmethoden ist zum einen auf die schwache Nachfrage aufgrund mangelnden oder falschen Wissens auf Seite der Frauen und Männer zurückzuführen. Zum anderen mangelt es an qualifizierten medizinischen Fachkräften sowie Daten über Lagerbestände und an finanziellen Mitteln für die routinemäßige Beschaffung und Verteilung von Kontrazeptiva.
Mithilfe dieses Projektes sollen 2,3 Mio. Menschen, darunter 950.000 Frauen (inkl. schwangere Frauen) und Männer im reproduktiven Alter sowie rund 400.000 Neugeborene & 70 Gesundheitszentren auf Gemeindeebene und deren Personal in 10 Local Government Areas in vier Bundesstaaten erreicht werden.
Maßnahmen
1. Auf Gemeindeebene
- Fortführung der bewährten Gemeindedialoge in Kombination mit Besuchen bei traditionellen und religiösen Führer*innen zur Aufklärung über die Risiken von Hausgeburten/Aufforderung zu Krankenhausgeburten sowie Aufklärung über Familienplanung
- Social Behavioral Change Communication Campaign zur Aufklärung über Schwangerschaftsrisiken und Vorteile von Krankenhausgeburten
- Schulung von Community Health Extension Workers (CHEWS) and Community Health Influencer Promoters (CHIPS) für Hausbesuche zur Schwangerenvor- und Nachsorge
- Advocacy mit Partnern und Interessenvertretern auf Gemeindeebene
- Advocacy und Unterstützung der Regierung (Local Government Officials) bei der Umsetzung des neu eingeführten Gesetzes für MPDSR (Maternal and Perinatal Death Review and Response)
2. Auf Ebene der Gesundheitseinrichtungen (Primary und Secondary Healthcare centers)
- Schulung des medizinischen Personals in präventiver sowie geburtshilflicher und Neugeborenennotfallversorgung
- Unterstützung schlecht ausgestatteter Gesundheitseinrichtungen mit einfachen medizinischen Geräten und Medikamenten zur Verhinderung, Früherkennung und Behandlung von Komplikationen während und nach der Schwangerschaft sowie Erstausrüstung mit Kontrazeptiva
- Schulung des Managements von Gesundheitseinrichtungen zur Einrichtung eines Beschwerdesystems für Patient*innen & zur Serviceorientierung des Gesundheitspersonals
- Schulung von medizinischem Personal und CHEWs in der Beratung und Bereitstellung von Schwangerenvor- und Nachsorge und von modernen Kontrazeptiva
- Schulung von Krankenhausstatistiker*innen zur regelmäßigen Dateneingabe und Auswertung in der digitalen MPDSR-Plattform für gezielte Interventionen
Ziele
Reduzierung der maternalen und neonatalen Mortalitätsrate durch Verbesserung der präventiven sowie geburtshilflichen- und Neugeborenennotfallversorgung in Krankenhäusern, Erhöhung der Krankenhausgeburten sowie des Zugangs zu und der Nutzung von modernen Kontrazeptiva
Wichtige Partner
- Bill and Melinda Gates Foundation (BMGF)
- World Health Organization (WHO)
- Population Council
- BirthKit Foundation
- ICA Foundation
- Nigerianisches Bundesgesundheitsministerium und Staatliche Gesundheitsministerien
- National Association of Nigerian Nurses and Midwives (NANNM)
- National Primary Health Care Development Agency (NPHCDA)
- Nigerian Society of Neonatal Medicine (NISONM)
- Society for Obstetrics and Gynaecology of Nigeria (SOGON)
Für weitere Informationen finden Sie unter diesem Link die auf Deutsch übersetzte Kurzversion eines Artikels aus dem Rotary Magazin vom April 2024.