Aktuelle Projektangebote

Partnerclubs/distrikte und Spenden gesucht!

Wir sind regelmäßig auf der Suche nach Clubs und Distrikten, die für bestehende Projektideen spenden, sich bei der Entwicklung der Konzepte einbringen und/oder Partnerclub werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen aktuelle, noch nicht laufende Projekte vor, die nach einer dieser Unterstützungen suchen. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter projekte@rotary-rmch.de.

Integration von Geburtshelfern in das nigerianische Gesundheitssystem 

Das Projekt zielt darauf ab, die vermeidbare Mütter- und Neugeborenensterblichkeit in ausgewählten Regierungsbezirken der nigerianischen Bundesstaaten Lagos, Oyo und Ogun nachhaltig zu senken. Da in ländlichen Regionen der Großteil der Geburten außerhalb formaler Kliniken durch traditionelle Geburtshelfer (CBAs) stattfinden, integriert dieses Vorhaben 750 CBAs als offizielles Frühwarn- und Überweisungssystem in das staatliche Gesundheitssystem. Durch standardisierte Zertifizierungen, Schulungen zur Erkennung von Gefahrenzeichen (wie postpartale Blutungen und neonatale Asphyxie) und die Ausstattung mit medizinischen Basis-Kits wird die Lücke zu den Primärversorgungszentren (PHCs) geschlossen. Parallel dazu werden politische Rahmenbedingungen für Registrierung und Supervision geschaffen, um die Daten dauerhaft in die nationale Datenbank (DHIS2) und die staatlichen Gesundheitsbudgets einzugliedern.

Maßnahmen

  • Treffen mit staatlichen Behörden zur Gestaltung einheitlicher CBA Registrierungsrichtlinien, standardisierten Trainingsmanualen, Integration von CBA-Daten in die nationale Datenplattform (DHIS2) und nachhaltigen Finanzierung der Maßnahmen
  • Aufklärung der Gemeinden über frühzeitige Überweisungen und Aufbau eines gemeindebasierten Notfalltransportsystems
  • Schulung von Mitarbeitern der staatlichen Krankenhäuser für Supervision, Mentoring und Datenerhebung der CBAs
  • Ausbildung von ca. 750 CBAs in Früherkennung von Komplikationen während der Vorsorge, Geburt und Nachsorge inkl. Familienplanung sowie Datenerfassung
  • Bereitstellung von Materialien zur Früherkennung von Komplikationen (z.B. Blutdruckmessgeräte, Fetal-Doppler, Thermometer) und Geburts-/Infektionsschutzkits an zertifizierte CBAs

Ziele

Reduzierung der Mütter- und Neugeborenensterblichkeit durch Überwindung des „Second Delay“ (Verzögerung beim rechtzeitigen Erreichen der Klinik v.a. im Falle von Notfällen/Komplikationen)

 

Wichtige Partner

  • Traditional Medicine Boards  
  • State Ministries of Health (Lagos, Ogun, Oyo)
  • State Primary Health Care Development Agency (SPHCDA)  
  • Ward Development Committees  
  • National Association of Nigerian Nurses and Midwives

Gemeinsam gegen weibliche Genitalverstümmelung in Gambia

(c) RMCH

Das Projekt, initiiert vom Rotary Club Bijilo in Gambia und der Organisation Women in Liberation and Leadership (WILL), zielt darauf ab, die tief verwurzelte Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) in Gambia zu bekämpfen. FGM ist eine anerkannte Menschenrechtsverletzung und Form geschlechtsbezogener Gewalt, die in Gambia alarmierende Ausmaße angenommen hat. Schätzungsweise 75,7 % der Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren sind betroffen. Besonders besorgniserregend sind die jüngsten Initiativen zur Legalisierung von FGM in Gambia im Jahr 2024, die, obwohl gescheitert, zu Verwirrung und einem Rückschlag in den Bemühungen geführt haben. Das Projekt konzentriert sich auf die Regionen Upper, Central und Lower River, wo die Prävalenz von FGM am höchsten ist.

Maßnahmen

  • Mehrtägige Camps bieten Mädchen geschützte Räume, um ihre Rechte kennenzulernen und sich auszutauschen, damit sie als „Change Agents“ in ihren Gemeinden wirken können. Durch Einbindung von Männern und Jungen soll ihr Wissen über
    geschlechtsbezogene Gewalt erweitert werden, sodass sie als Verbündete im Kampf gegen FGM agieren.
  • Generationsübergreifende Dialoge fördern offene Gespräche über schädliche Geschlechternormen, religiöse und kulturelle Überzeugungen sowie die aktuelle Gesetzeslage, um Einstellungen und Verhaltensweisen zu ändern.
  • Schulung medizinischer Fachkräfte zur verbesserten Versorgung und psychologischer Unterstützung von FGM-Überlebenden sowie des Bewusstseins für Langzeitfolgen

Ziele

  • Stärkung der Selbstbestimmung junger Mädchen
  • Förderung von Verhaltens- und Einstellungsänderungen in den Gemeinden
  • Gewinnung von Männern und Jungen als Verbündete im Kampf gegen FGM
  • Verbesserung der medizinischen und psychologischen Versorgung für FGM-Überlebende

Das Projekt, initiiert vom Rotary Club Bijilo in Gambia und der Organisation Women in Liberation and Leadership (WILL), zielt darauf ab, die tief verwurzelte Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) in Gambia zu bekämpfen. FGM ist eine anerkannte Menschenrechtsverletzung und Form geschlechtsbezogener Gewalt, die in Gambia alarmierende Ausmaße angenommen hat.

Community-Based Early Maternal Risk Identification &
Safe Delivery Initiative

Dieses Projekt zielt darauf ab, die vermeidbare Mütter- und Neugeborenensterblichkeit im Migori County, Kenia, zu senken. Durch die Stärkung der frühzeitigen Risikoerkennung auf Gemeindeebene werden 80–100 Gesundheitshelfer (CHPs) geschult und mit digitalen Hilfsmitteln ausgestattet. Ein zentrales Element ist die Einführung eines digitalen Dashboards zur Echtzeit-Überwachung sowie eines SMS-Erinnerungssystems für Vorsorgetermine. Schwangerschaften werden nach einem Ampelsystem (Grün/Gelb/Rot) klassifiziert, um Hochrisikofälle rechtzeitig an Kliniken zu verweisen. Die Initiative ist fest in die bestehenden staatlichen Gesundheitsstrukturen integriert, um eine langfristige Nachhaltigkeit und eine spätere Übernahme durch das County zu gewährleisten.

Maßnahmen

  • Schulung von 80–100 Community Health Promoters (CHPs) in Risikoscreening und digitalen Protokollen
  • Beschaffung von Tablets und Zubehör für die mobile Datenerfassung
  • Entwicklung und Implementierung eines digitalen Dashboards für Echtzeit-Reporting und Supervision
  • Einrichtung eines SMS-Systems für automatisierte Warnungen bei Hochrisikofällen und Erinnerungen an
    Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere
  • Durchführung von Hausbesuchen zur Identifizierung von Schwangerschaften und Risikoklassifizierung
  • Unterstützung bei der Bereitstellung von Transportlösungen für dringende Notfallüberweisungen

Ziele

Senkung der vermeidbaren Mütter- und Neugeborenensterblichkeit durch:

  • Steigerung der frühen Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen (ANC) vor der 12. Woche um 25%
  • Erhöhung der Überweisungen bei Hochrisikoschwangerschaften um 30%
  • Standardisierung der Risikoklassifizierung bei 90% aller identifizierten Schwangerschaften

Wichtige Partner

  • Migori County Health Department (Gesundheitsamt).
  • Externe
    IT-Consultants für die Dashboard-Entwicklung

Gemeinsam für gesunde Familien in Nigeria / Together for Healthy Families in Nigeria

Nigeria vereint die vierthöchste Mütter- und achthöchste Kindersterblichkeit weltweit auf sich. Vor allem im Bereich der Neugeborenensterblichkeit waren in den vergangenen 30 Jahren kaum positive Entwicklungen zu verzeichnen. Aufgrund der geografischen Größe, bestehender Konflikte sowie des starken Bevölkerungszuwachses steht Nigeria weiterhin vor humanitären Herausforderungen. So entbinden zum Beispiel circa zwei Drittel der Frauen zu Hause. Entstehen Komplikationen, können diese nicht rechtzeitig behandelt werden. Laut Befragungen der Zielgruppe in den ausgewählten Regionen und Expert*innen ist dies auf das geringe Vertrauen in professionelle Gesundheitsdienstleistungen sowie mangelnde Vorbereitung auf den Transport zum Krankenhaus im Notfall zurückzuführen.

In den ausgewählten Krankenhäusern auf Gemeindeebene führt laut den Befragten die schlechte Infrastruktur, der Mangel an serviceorientierten und spezialisierten medizinischen Fachkräften für die präventive sowie geburtshilfliche Notfall- und Neugeborenenversorgung dazu, dass die Patientinnen und deren Neugeborenen häufig nicht rechtzeitig und angemessen versorgt werden.

Außerdem besteht ein schlechtes Überweisungssystem in spezialisierte Gesundheitseinrichtungen. Darüber hinaus gibt es Defizite bei der Verfügbarkeit von Daten, die wirksame Interventionen auf Gemeindeebene ermöglichen würden.  Die unzureichende Versorgung mit und Nutzung von modernen Verhütungsmethoden ist zum einen auf die schwache Nachfrage aufgrund mangelnden oder falschen Wissens auf Seite der Frauen und Männer zurückzuführen. Zum anderen mangelt es an qualifizierten medizinischen Fachkräften sowie Daten über Lagerbestände und an finanziellen Mitteln für die routinemäßige Beschaffung und Verteilung von Kontrazeptiva.

Mithilfe dieses Projektes sollen 2,3 Mio. Menschen, darunter 950.000 Frauen (inkl. schwangere Frauen) und Männer im reproduktiven Alter sowie rund 400.000 Neugeborene & 70 Gesundheitszentren auf Gemeindeebene und deren Personal in 10 Local Government Areas in vier Bundesstaaten erreicht werden.

Maßnahmen

1. Auf Gemeindeebene
  • Fortführung der bewährten Gemeindedialoge in Kombination mit Besuchen bei traditionellen und religiösen Führer*innen zur Aufklärung über die Risiken von Hausgeburten/Aufforderung zu Krankenhausgeburten sowie Aufklärung über Familienplanung
  • Social Behavioral Change Communication Campaign zur Aufklärung über Schwangerschaftsrisiken und Vorteile von Krankenhausgeburten
  • Schulung von Community Health Extension Workers (CHEWS) and Community Health Influencer Promoters (CHIPS) für Hausbesuche zur Schwangerenvor- und Nachsorge
  • Advocacy mit Partnern und Interessenvertretern auf Gemeindeebene
  • Advocacy und Unterstützung der Regierung (Local Government Officials) bei der Umsetzung des neu eingeführten Gesetzes für MPDSR (Maternal and Perinatal Death Review and Response)
2. Auf Ebene der Gesundheitseinrichtungen (Primary und Secondary Healthcare centers)
  • Schulung des medizinischen Personals in präventiver sowie geburtshilflicher und Neugeborenennotfallversorgung
  • Unterstützung schlecht ausgestatteter Gesundheitseinrichtungen mit einfachen medizinischen Geräten und Medikamenten zur Verhinderung, Früherkennung und Behandlung von Komplikationen während und nach der Schwangerschaft sowie Erstausrüstung mit Kontrazeptiva
  • Schulung des Managements von Gesundheitseinrichtungen zur Einrichtung eines Beschwerdesystems für Patient*innen & zur Serviceorientierung des Gesundheitspersonals
  • Schulung von medizinischem Personal und CHEWs in der Beratung und Bereitstellung  von Schwangerenvor- und Nachsorge und von modernen Kontrazeptiva
  • Schulung von Krankenhausstatistiker*innen zur regelmäßigen Dateneingabe und Auswertung in der digitalen MPDSR-Plattform für gezielte Interventionen

Ziele

Reduzierung der maternalen und neonatalen Mortalitätsrate durch Verbesserung der präventiven sowie geburtshilflichen- und Neugeborenennotfallversorgung in Krankenhäusern, Erhöhung der Krankenhausgeburten sowie des Zugangs zu und der Nutzung von modernen Kontrazeptiva

Wichtige Partner

  • Bill and Melinda Gates Foundation (BMGF)
  • World Health Organization (WHO)
  • Population Council
  • BirthKit Foundation
  • ICA Foundation
  • Nigerianisches Bundesgesundheitsministerium und Staatliche Gesundheitsministerien
  • National Association of Nigerian Nurses and Midwives (NANNM)
  • National Primary Health Care Development Agency (NPHCDA)
  • Nigerian Society of Neonatal Medicine (NISONM)
  • Society for Obstetrics and Gynaecology of Nigeria (SOGON)

Für weitere Informationen finden Sie unter diesem Link die auf Deutsch übersetzte Kurzversion eines Artikels aus dem Rotary Magazin vom April 2024.

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